Die rechtspopulistische Splitterpartei Pro Deutschland demonstrierte am vergangenen Wochenende unter dem Motto „Der Islam gehört nicht zu Europa – Islamisierung stoppen“ in Berlin. Ein Teil des etwa 50 Personen zählenden Demonstrationszuges hatte extra für diese Protestaktion eine weite Anreise auf sich genommen. Auch die 1800 Polizisten, die zum Schutz der Meinungs- und Demonstrationsfreiheit der wenigen Rechtspopulisten aufgeboten wurden, kamen aus verschiedenen Bundesländern.
Bei der Auftaktkundgebung am Samstag gab es noch Probleme mit der Lautsprecheranlage. Als dann der Demonstrationszug die Al-Nur-Moschee in Neukölln erreichte, funktionierten die Lautsprecher wieder – allerdings wurden hier die Reden der Pro Deutschland Aktivisten durch die Rufe und Sprechchöre der etwa 100 Gegendemonstranten übertönt. Am folgenden Kundgebungsort, der Dar-Assalam-Moschee an der Flughafenstraße in Neukölln, hatten sich bereits um die 1000 Gegendemonstranten eingefunden. In einer aufgeheizten Atmosphäre flogen schließlich Flaschen und Farbbeutel in Richtung der Rechtspopulisten.
Als besonders provokant erscheinen die von Pro Deutschland gewählten Kundgebungsorte vor dem Hintergrund, dass die Muslime am vergangenen Samstag mit dem Ramadanfest das Fastenbrechen feierten und die Moscheen an diesem wichtigen islamischen Feiertag entsprechend gut besucht waren.
Sonntagvormittag startete der Demonstrationszug von Pro Deutschland dann noch einmal am Rathaus Kreuzberg und es wurden mehrere Kundgebungen vor exponierten Wohnprojekten der links-alternativen Szene in Kreuzberg und Friedrichshain abgehalten. Die Kundgebungen der Gegendemonstranten fanden in einiger Entfernung statt – das starke Polizeiaufgebot sorgte für den nötigen Sicherheitsabstand, um eine weitere Eskalation zu verhindern.